Absicherungsvorteile durch einzelne Assets

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Fragestellung

Fragestellung:

  • Rohstoffportfolios bestehen häufig aus Assets mit entweder hoher oder niedriger GuV-Korrelation, z. B.:
    • hohes 𝜌 zwischen Futures desselben Rohstoffs, etwa Mais März und Mais Mai;
    • niedriges 𝜌 zwischen Futures verschiedener Rohstoffe, etwa Silber Dezember und Kakao Juli.
  • Die Möglichkeit, sowohl zwischen Kontrakten verschiedener Rohstoffe als auch zwischen Kontrakten desselben Rohstoffs Long- und Short-Allokationen einzugehen, kann das Portfoliorisiko erheblich beeinflussen.
  • Wie groß ist dieser Absicherungseffekt bei einem AiLA-Long/Short-Portfolio?

Vorgehen:

  • Konstruktion von Portfolioszenarien mit unterschiedlichen Allokationssignalen innerhalb desselben Rohstoffs, um die Auswirkung der Absicherung zu zeigen.
  • Vergleich der auf die einzelnen Kontrakte angewendeten AiLA-Asset-Allokationen mit Benchmark-Rohstoffrenditen, um zu zeigen, welche Rolle die Art der Anwendung der AiLA-Allokationen spielt.

Absicherung zwischen Long und Short

  • Betrachtet werden zwei Assets (𝑎,𝑏) mit einer Korrelation der Marktrenditen von 𝜌 ~ 1, wobei 𝑎 (𝑏) gemäß einem Signal 𝑠 𝐿 (𝑠 𝑆 ) Long (Short) allokiert wird.
  • Die GuV-Korrelation ergibt sich aus der Kombination der Marktkorrelation mit der Überschneidung der Signale.

    𝜌(𝑃𝐿 𝑎 ,𝑃𝐿 𝑏 ) ~ 𝑐𝑜𝑛𝑠𝑡 ∙𝜌(𝑟 𝑎 ,𝑟𝑏 )∙𝜌(𝑠 𝐿,𝑠 𝑆 )

  • 𝜌(𝑠 𝐿 ,𝑠 𝑆 )= 0: Werden die Signale 𝑠 𝐿 stets an anderen Tagen erzeugt als 𝑠 𝑆 , ergänzen sich die beiden GuV-Ströme, bieten aber keinen Absicherungsvorteil in Bezug auf ihr gemeinsames Risiko.
  • 𝜌(𝑠 𝐿 ,𝑠𝑆 ) ≠ 0: Können die Signale 𝑠 𝐿 und 𝑠 𝑆 an denselben Tagen auftreten, verringert die Absicherung ihr gemeinsames Risiko, mit einem möglichen Vorteil für ihre risikoadjustierte Wertentwicklung.
  • Dieses Szenario gilt für Assets verschiedener Rohstoffe (mit hohem 𝜌 ) wie WTI und RBOB, lässt sich aber auch auf Assets desselben Rohstoffs anwenden, etwa WTI Juli und WTI Dezember.
  • Die Möglichkeit, das Portfoliorisiko zu senken, ist ein Grund dafür, AiLA-Allokationen für einzelne Rohstoffkontrakte zu erzeugen.

Long/Short-Absicherung

  • Das für diese Untersuchung erstellte Ausgangsportfolio beruht auf mehreren Kontrakten je Rohstoff, wobei die Allokationssignale innerhalb eines Rohstoffs an einem bestimmten Tag faktisch alle Long oder alle Short sind.
  • Das Portfolio besteht aus einer breit gefächerten Auswahl von Rohstoffen. Die einzelnen Long- und Short-Portfolios dürften daher von der Diversifikation profitieren, die GuV-Korrelation zwischen Long und Short (Absicherung) dürfte jedoch minimal sein.
  • Zwischen dem Long- und dem Short-Portfolio wird eine negative Korrelation von etwa -30% beobachtet, die im Wesentlichen auf die gemeinsame USD-Komponente aller im Portfolio verwendeten Assets zurückzuführen sein dürfte.
  • Das Long- und das Short-Portfolio sind mit ähnlichem Risiko konstruiert, und die erzielte Gesamtwertentwicklung entspricht den Erwartungen. Dies bestätigt auch den geringen Absicherungsvorteil gegenüber einem Szenario mit zwei unabhängigen Long- und Short-Portfolios.

Long/Short-Absicherung

  • Zwei weitere Portfolios wurden aus einer gemeinsamen Auswahl von Öl- und Metallmärkten konstruiert, beide mit derselben Anzahl von Kontrakten je Rohstoff.
  • Portfolio „Gleich“: entsteht aus Allokationen, die an einem Tag über alle Rohstoffkontrakte hinweg faktisch entweder Long oder Short sind.
  • Anders als das vorherige Portfolio ist das Portfolio „Gleich“ nicht breit gestreut; so dürften sich etwa die Ölmärkte ähnlich verhalten, weshalb nur wenig Diversifikation und Absicherung zu erwarten ist.
  • Portfolio „Gemischt“: entsteht aus Allokationssignalen, die an einem bestimmten Tag zwischen Rohstoffen und auch zwischen Kontrakten sowohl Long als auch Short sein können.
  • Die höhere Korrelation zwischen Long und Short im gemischten Portfolio zeigt einen erheblichen Vorteil bei der risikoadjustierten Wertentwicklung:
  • Da die Allokationssignale in den beiden obigen Szenarien unterschiedlich erzeugt werden, unterscheidet sich auch die Wertentwicklung ihrer Long- und Short-Portfolios; für unsere Aussage zum Absicherungsvorteil spielt das jedoch keine Rolle.

Asset-Renditen

  • Um zu prüfen, welche Rolle die Anwendung der Allokationen auf die einzelnen Assets spielt, wurden die Allokationen in drei verschiedenen Szenarien verwendet:
    • Long-Front: Als Long-only-Referenz wurden die Absolutbeträge aller Kontraktallokationen eines Rohstoffs addiert und die entsprechende Gesamtallokation auf den Frontkontrakt dieses Rohstoffs angewendet.
    • Net-Front: Die Nettoallokation über alle Kontrakte eines Rohstoffs wurde dem Frontkontrakt dieses Rohstoffs zugeteilt.
    • AiLA: auf Basis der AiLA-Allokationen für jeden einzelnen Kontrakt.
  • Die Untersuchung wurde für ein AiLA-Portfolio mit 76 Assets aus 18 unterschiedlichen Rohstoffmärkten durchgeführt.
  • Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die für einzelne Assets eines Rohstoffs erzeugten AiLA-Allokationssignale zwar einen erheblichen Vorteil beim Portfoliorisiko bieten, der Großteil der Wertentwicklung sich aber erhalten lässt, wenn ihre Nettoallokation auf den Frontkontrakt des jeweiligen Rohstoffs angewendet wird.

Fazit

  • Die AiLA-Allokationen werden für einzelne Rohstoff-Assets entlang der Kurve erzeugt, wobei für verschiedene Kontrakte desselben Rohstoffmarkts Long- und Short-Positionen möglich sind.
  • Die Möglichkeit, gleichzeitig Long- und Short-Allokationen in verschiedenen Kontrakten desselben Rohstoffs zu halten, kann die Korrelation zwischen dem Long- und dem Short-Teil des Portfolios erheblich erhöhen.
  • Die Auswirkung der Absicherung zwischen dem Long- und dem Short-Teil eines AiLA-Portfolios wurde untersucht, indem gleichwertige Portfolios mit unterschiedlicher Überschneidung der AiLA-Allokationssignale konstruiert wurden, um den Effekt zu maximieren bzw. zu minimieren.
  • Die höhere Korrelation führte zu einem geringeren Portfoliorisiko und einer deutlich besseren risikoadjustierten Rendite, bei nur geringer Auswirkung auf den Hebel.
  • Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass sich der Großteil der Wertentwicklung erhalten lässt, wenn die Nettoallokation statt auf die einzelnen Kontrakte auf die rollierenden Frontmonatskontrakte angewendet wird.
  • Um den untersuchten Effekt zu isolieren, wurden alle Ergebnisse zur Wertentwicklung in dieser Studie ohne realistische Aspekte wie Liquidität und Transaktionskosten ermittelt.
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